Der Kurs fällt leider aus
Info: www.paul-koeppler.de
An diesem Wochenende besteht die besondere Gelegenheit, tiefer in grundlegende und heute aktuelle Lehren des Buddha einzutauchen, ein lebendiges Verstehen zu ermöglichen, Erkenntnisse in der täglichen Meditationsübung umzusetzen und in den Alltag einfließen zu lassen. Die Lehre wird mit etwas Theorie und viel praktischer Übung und Meditation vermittelt. Reden des Buddha werden untersucht und so interpretiert, dass sie lebendig werden. Die Kenntnis der Rede „Nicht-Selbst“ (Mittlere Sammlung 148) ist von Vorteil, aber keine Bedingung.
HIER DIE REDE IN MEINER ZEITGEMÄßEN FASSUNG AUS DEM BUCH: DAS LEHRT DER BUDDHA, WALDHAUS VERLAG 2017
DAS NICHT - SELBST
Einmal kündigte der Buddha einen Vortrag auf folgende Weise an: »Ich werde euch nun die Grundlage meiner Lehre aufzeigen, die am Anfang des Weges, in der Mitte und am Ende gut ist. Ich zeige den Weg zu einem erwachten Leben, nämlich die Lehre von den sechs Sinnen und ihren Wirkungen, deswegen hört mir aufmerksam zu.
Unser Körper hat sechs Sinne. Sie nehmen ihrer Aufgabe entsprechend Formen, Klänge, Gerüche, Geschmack, Berührung und Gedanken wahr. In Abhängigkeit von den Sinnen entsteht ein entsprechendes Bewusstsein. Treffen die Sinne, die Objekte und das Bewusstsein zusammen, so entsteht der Kontakt. Daher rühren die Empfindungen und Gefühle. Diese führen zum Verlangen.
Wenn nun jemand meint, dass die Sinnesorgane, das durch die Sinne Erfahrene, das entstehende Bewusstsein, der Kontakt, die Empfindungen und Gefühle, das Begehren oder der Geist das Selbst sind, so ist das nicht richtig. All diese Faktoren entstehen und vergehen, und daraus würde folgen, dass das Selbst entsteht und vergeht. Deswegen ist es nicht haltbar, dass man von diesen Merkmalen sagt: Sie sind das Selbst. Sie sind vielmehr das Nicht-Selbst.
Wie entsteht nun die Persönlichkeit? Sie entsteht, wenn man diese Merkmale als Besitz betrachtet, sich damit identifiziert oder sie als beständig ansieht. Wenn man das durchschaut und nicht so ansieht, löst sich die Persönlichkeit auf.
Jeder Kontakt der Sinne mit einem Objekt ruft entweder ein angenehmes Gefühl hervor, über das man sich freut, das man haben und festhalten möchte, oder ein unangenehmes Gefühl, das man nicht haben möchte und über das man klagt und das man abweist. Schließlich gibt es noch das neutrale Gefühl, das weder angenehm noch unangenehm ist.
Solange man die drei dazu gehörenden Neigungen, nämlich Gier, Hass und Verblendung, nicht überwunden hat, ist es unmöglich, das Leiden zu beenden. Wer jedoch an angenehmen Gefühlen nicht hängt und nicht mehr nach ihnen verlangt, wer bei unangenehmen Gefühlen nicht mehr klagt und sie nicht ablehnt und wer neutrale Gefühle erkennt und wirklich versteht, der kann hier und jetzt die grundlegende Verblendung überwinden und das wahre Wissen in sich wecken.
Wer das so erkennt, der wird ernüchtert, und dadurch verliert er sein Verlangen. Ohne Verlangen ist er befreit. So entsteht das Wissen: ›Ich bin befreit. Das Werden findet nicht mehr statt. Das Ziel der Übung ist erreicht. Was getan werden musste, ist getan. Mehr gibt es nicht zu erreichen.‹« Durch diese Rede fanden viele der Zuhörer die Befreiung.
Mittlere Sammlung 148